Warum das Klima so launisch ist
Das Klima der Erde weist seit Jahrmillionen immer wieder Unregelmäßigkeiten auf. Grund sind zahlreiche natürliche Prozesse, die Skeptiker der Theorie eines Klimawandels gerne nutzen, um den Einfluss des Menschen auf das Klima zu verharmlosen.
Was das Klima beeinflusst

Sonnensystem
Die Ellipsenbahn, auf der die Erde um die Sonne kreist, verändert sich in mehreren zehntausenden Jahren leicht. Das beeinflusst die Energiebilanz auf der Erde: Es kommt in regelmäßigen Abständen zu Warm- und Kaltzeiten auf der Erde. Der serbische Mathematiker Milutin Milankovic entdeckte diesen Zyklus: Nach seinen Berechnungen steht uns die nächste Eiszeit in über tausend Jahren ins Haus.
Wald
Die Vegetation atmet das Kohlendioxid unserer Atmosphäre und gewinnt daraus mittels Photosynthese seine Biomasse. Zerfällt die Biomasse, entsteht in tausenden Jahren Kohle, die CO2 enthält.
Vulkan
Bei Vulkanausbrüchen gelangt CO2 in die Atmosphäre, das den Treibhauseffekt beeinflusst.
Meer
Rund 71 Prozent der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt, die hervorragend CO2 speichern.
Die Strömungen des Meeres wirken unterdessen wie eine Zentralheizung für unseren Planeten. Der Nordatlantikstrom - der verlängerte Arm des Golfstroms - transportiert Wärme aus den Tropen auf die Nordhalbkugel. Das bringt Europa sein angenehmes Klima.
Atmosphäre
Unsere Atmosphäre besteht zu einem Bruchteil aus Treibhausgasen, die um den gesamten Globus reisen, egal wo sie verursacht werden. Der Wasserdampf der Ozeane ist das unbeständigste Treibhausgas. Es kommt nach Tagen als Regen auf die Erde zurück. Kohlendioxid ist äußerst resistent und umso bedrohlicher: Es hält sich 50 bis 200 Jahre in der Atmosphäre auf.
Winde
Durchschnittlich alle vier Jahre gerät das Wettergeschehen in vielen Regionen der Erde gehörig aus dem Gleichgewicht: In Australien und Südostasien kommt es zu einer extremen Dürreperiode, an der Küste von Südamerika zu sintflutartigen Regenfällen. Grund ist das El Nino/Südliche Oszillation-Phänomen
, bei dem sich die oberste Wasserschicht des gesamten tropischen Pazifiks erwärmt.
Wind und Luftdruck spielen kräftig mit und sorgen anschließend wieder für kalte Meeresströmungen. Das seit tausenden Jahren existierende Phänomen ist auch in Europa zu spüren: Es lässt die meisten Tiefdruckgebiete nicht über Nord- sondern über Südeuropa ziehen. ![]()
Aerosole/Schornsteine
In der Atmosphäre gibt es Schmutzpartikel (Aerosole), die von Vulkanausbrüchen und vom Feinstaub und Ruß von Industrie und Verkehr kommen. Sie sind hilfreich, denn sie reflektieren die Sonnenstrahlen zurück ins Weltall oder regen zur Wolkenbildung an - beides kühlt die Temperatur der Erde ab.
Mensch
Seit der Industriellen Revolution um 1800 ist die Weltgemeinschaft am Treibhauseffekt beteiligt, allen voran die Industrieländer. In den vergangenen Jahren haben wir die wärmsten Sommer erlebt. Die Weltgemeinschaft kann die bedrohliche Erderwärmung stoppen, doch zögert sie damit. ![]()
Klimageschichte im Überblick
vor 4,5 Mrd. Jahren
Bei ihrer Entstehung war die Erde eine glutflüssige Kugel, mit einer Oberflächentemperatur von mehr als 1.200° C, die sich in zwei Milliarden Jahren allmählich abkühlte. Aus Wasserdampf entstanden Ozeane. Der CO2-Anteil lag anfangs vermutlich bei 95 Prozent.
vor 2,5 Mrd. Jahren
Die erste große Eiszeit begann, ihr folgten in über zwei Milliarden Jahren insgesamt fünf Vereisungsphasen, wo wo Gletscher weite Teile der Erdoberfläche bedeckten. Zum Großteil wurde die Erde jedoch von Warmzeiten heimgesucht, die sehr heiß werden konnten. Die Temperaturwechsel fanden über äußerst lange Zeiträume statt und waren immer mit Evolutionsschüben in der Tier- und Pflanzenwelt verbunden.
vor 120.000 Jahren
In der letzten Eiszeit (120.000 Jahre bis vor rund 10.000 Jahren v. Chr.) reichten die Eismassen in Deutschland zeitweise bis zum Mittelgebirge. Die Temperatur schwankte stark, und erwärmte sich zwischenzeitlich um bis zu 5° C. Der Eiszeit folgte eine Warmzeit, in der wir jetzt leben.
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