Kohle kann pessimistisch stimmen
Der sächsische Klimaschutzbericht muss zur Lieblingslektüre des schwedischen Energieversorgers Vattenfall gehören. Darin steht, dass die Kohlekraftwerke zwar die meisten CO2-Emissionen verursachen, doch keine Reduktionsvorgaben erhalten, weil ihr CO2-Ausstoß nicht zu senken sei.
Man hätte auch schreiben können: Wir wissen, wer in unserer Region der Klimasünder ist, und wir haben größtes Verständnis statt Kritik für ihn.
Bei der Verbrennung von einem Kilogramm Braunkohle fällt knapp ein Kilogramm des Klimagases CO2 an.
Die Energieversorger arbeiten derzeit daran, das CO2 aus Braunkohlekraftwerken aufzufangen, zu verflüssigen und unter Tage zu vergraben.
Die so genannte CO2-Sequestrierung ist noch Utopie.
Unklar ist, wie sicher die künftigen CO2-Lagerstätten sind. Sicher ist bereits jetzt, die neue Technik wird sich nur schwerlich auf dem Markt durchsetzen, da sie eine geringere Energieausbeute als die herkömmlichen Braunkohlekraftwerke hat.

Im Jahr 1994 erklärten die Vereinigten Energiewerke AG (VEAG) in einem Schreiben, der Betrieb des Mitteldeutschen Reviers sei verglichen zum Lausitzer Revier nicht zukunftsweisend.
Wenige Jahre später wurde diese Einschätzung hinfällig: Heuersdorf musste nach erbittertem Widerstand dem Kohleabbau im Mitteldeutschen Revier weichen.
Das Klima sieht schwarz
Würde die Weltgemeinschaft so handeln wie die sächsische Landesregierung, käme es eines Tages wohl zum pessimistischsten aller Klimaszenarien: Mit einer Energieversorgung aus mehrheitlich fossilen Rohstoffen könnte sich die Erde am Ende unseres Jahrhunderts um bis zu 6° C aufheizen. Der Betrieb jedes neuen Kohlekraftwerkes ist auf bis zu vier Jahrzehnten angelegt. Das Spurengas Kohlendioxid ist noch haltbarer als Kraftwerke, es bleibt länger als vier Jahrzehnte in der Atmosphäre und heizt die Erde auf wie einen Backofen: Wir werden zur Grillware.
Der Ausweg liegt nahe: Stellt Sachsen zügig auf erneuerbare Energien um, spart es einen Großteil seiner klimaschädlichen Treibhausgase ein. Der sächsische Umweltminister Stanislaw Tillich kündigte im Frühjahr 2006 an:
"In 100 Jahren wird die Energieversorgung in Sachsen ausschließlich aus
erneuerbaren Energien realisiert werden können."
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